Vortrag: Stress reduzieren – Resilienz stärken

von syntra

 

Deutschland auf Stand-by

Immer mehr Menschen führen ein Leben auf Stand-by. Sie stehen morgens auf, fühlen sich gerädert und erschöpft. Wieder einmal sind sie in der Nacht mit Panikattacken aufgewacht und konnten nicht durchschlafen. Sie fragen sich, wie sie den Tag überstehen sollen. In letzter Zeit fällt ihnen auf, dass sie sich nicht mehr konzentrieren können und Schwierigkeiten haben, sich auf andere einzustellen. Ihren Partner oder ihre Kinder nehmen sie immer seltener wirklich wahr. Sie ertappen sich beim ständigen Grübeln. Wenn sie etwas Freizeit haben, fühlen sie sich leer und antriebslos. All diese Anzeichen deuten auf chronischen Stress hin. Stress und Burnout werden nach wissenschaftlichen Berichten und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als größte Gesundheitsgefahr des 21. Jahrhunderts betrachtet. Termindruck, Informationsflut, Konflikte mit Kollegen oder Angst um den Job bestimmen den Arbeitsalltag.

Stress verwüstet das Gehirn

Die Folgen eines solchen Lebensstils werden unterschätzt. Stress richtet mehr seelische und körperliche Schäden an als bislang bekannt. Herzinfarkt, Spannungskopfschmerz, innere Unruhe und Panikattacken sind nur einige Beispiele, die durch zu viel Stress begünstigt werden. Auch Gedächtnisverlust, mangelnde Emotionskontrolle, Verlust von Kreativität und häufige Konflikte sind Folgen von chronischem Stress. Neurowissenschaftler haben entschlüsselt, dass Stress das menschliche Gehirn verwüstet. Nervenzellen im Gehirn bilden sich zurück oder sterben ab.

 

Stress – ein Wettbewerbsnachteil für Unternehmen

Für Unternehmen entstehen durch psychische Belastungen am Arbeitsplatz enorme Kosten und Wettbewerbsnachteile. Bei deutschen Unternehmen belaufen sich die jährlichen Kosten durch Produktionsausfall auf ca. 3,3 Milliarden Euro, Tendenz steigend. Mangelnde Produktivität am Arbeitsplatz, hohe Fehlerzahlen, Verlust von Wissen und Know-how durch den Ausfall von Leistungsträgern, schlechte Kundenbetreuung etc. verursachen sogar noch größere Schäden. Dabei sind es nach wissenschaftlichen Studien nicht unbedingt die langen Arbeitszeiten, die ständige Erreichbarkeit oder das parallele Arbeiten an mehreren Projekten gleichzeitig, was die Beschäftigten besonders stark belastet. Es sind vielmehr Faktoren wie schlechte Organisation und Arbeitsbedingungen, mangelnde Kommunikation oder Führungsschwächen seitens der Vorgesetzten.

 

Nachhaltige Strategie gegen Stress

Nach wissenschaftlichen Untersuchungen gehören weder die alleinige Reduktion der Belastung, noch die Veränderung von Rahmenbedingungen zu den nachhaltig erfolgreichen Strategien gegen Stress. Ein viel größeres Potenzial besitzen in diesem Zusammenhang die eigenen Einstellungen, Haltungen und persönlichen Ressourcen. Neue Erkenntnisse belegen, dass vor allem diejenigen Menschen Stress nachhaltig bewältigen, die über eine hohe Bedürfniskompetenz verfügen. Bedürfniskompetenz bedeutet, die eigenen Bedürfnisse und inneren Antreiber wahrnehmen zu können. Jeder Mensch besitzt ein eigenes Bedürfnisprofil und unterschiedliche innere Antreiber, die sein Handeln bestimmen. Während den einen das Bedürfnis nach Unabhängigkeit motiviert, treibt den anderen der Wunsch nach Familie oder das Streben nach Macht an. Unabhängigkeit, Familie und Macht sind drei der von Prof. Dr. Steven Reiss identifizierten 16 Lebensmotive, aus denen sich unser Bedürfnisprofil ergibt. Forschungsergebnisse zeigen, dass Menschen dann eine hohe Lebenszufriedenheit aufweisen – und damit den wichtigsten Puffer gegen Belastungen besitzen –, wenn sie ihre Bedürfnisse sehr exakt kennen und ihr Leben danach ausrichten. Je stärker die inneren Antreiber in ihrem Handeln Berücksichtigung finden, desto größer ist ihr Leistungspotenzial und die Tendenz, als authentische Persönlichkeit anerkannt zu werden. Viele Menschen haben allerdings u. a. durch das „tägliche Funktionieren“ im Laufe ihres Lebens verlernt, ihre wirklichen Bedürfnisse wahrzunehmen.

 

Über WoMen Netzwerk Rhein-Main 

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